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Interview Martin Trüb

Fr 24.01.2014 17:33

Martin, bevor Du in der Jugendarbeit gearbeitet hast, warst du als Plattenleger angestellt. Wie ist es zu dieser Veränderung gekommen?

Bei der Firma, bei der ich gearbeitet habe, war ich bereits für die Ausbildung der Lehrlinge zuständig. Mir hat das immer sehr gut gefallen. Als ich konkret für die neugeschaffene Stelle als Jugendarbeiter angefragt worden bin, habe ich zugesagt.

Wie hat dein Umfeld auf diesen Entscheid reagiert?

Viele fanden meinen Entscheid sehr mutig. Andere sind auf mich zugekommen und meinten: „Du hast ja Nerven!“. Dem stimme ich grundsätzlich zu. Nerven braucht meine Arbeit definitiv. Aber trotzdem habe ich seit dem Tag, an dem ich Jugendarbeiter geworden bin, keine einzige Platte mehr verlegt.

Was hast du aus dem Bildungsgang Kirchliche Jugendarbeit mitnehmen können?

Jugendarbeit an sich ist eigentlich ein wenig ein einsamer Job. Die Jugendlichen sind alles Kollegen von dir. Aber es sind keine Freunde. Manchmal komme ich mir vor, wie auf einer einsamen Insel. Umso schöner ist es dann, wenn man an einen Ort kommt wie den Bildungsgang Kirchliche Jugendarbeit, wo die Leute einander verstehen. Neben dieser tollen Vernetzung mit anderen Jugendarbeitern gab mir die Ausbildung sehr viel Material für meine tagtägliche Arbeit. Der Anspruch bei allem was mir beigebracht wurde war, dass ich es gleich auch in meiner Arbeit umsetzen kann.

Wie hast du persönlich die Struktur der Ausbildung empfunden?

Während weniger Tage erhält man die volle Dosis. Die Betreuung ist wirklich ausgezeichnet. Gute Gespräche werden von den Kursleiterinnen und -leitern richtig gelebt. Während der Ausbildung werden einem ganz viele verschiedene Fenster geöffnet. Erst da habe ich gemerkt, wie viel eigentlich möglich ist. Ein konkretes Beispiel ist das Thema Gender. Ich würde heute nie mehr ohne eine weibliche Ansprechperson für junge Frauen in ein Ferienlager reisen. Die Ausbildung hat mich für dieses Thema sensibilisiert.

Wem würdest du den Bildungsgang Kirchliche Jugendarbeit empfehlen?

Alle Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter, welche eine Ermutigung in ihrem Job gebrauchen können. Die Ausbildung vermittelt sehr viele Inhalte.

Könntest du ein Beispiel aus der Ausbildung nennen, welches du in deiner Arbeit umsetzen konntest?

Während der Ausbildung musste ich mehrere Male eine Arbeit zu Themen verfassen, welche ich zuvor überhaupt nicht kannte. Eine dieser Arbeiten behandelte das Thema „Rituale“. Ich habe ein Ritual mit einer von mir betreuten Gruppe von Jugendlichen durchgeführt. Es ging darum, ein Projekt, welches zum Schluss schwierig geworden war, zu einem guten Abschluss zu bringen. Dazu haben wir einen Topf mit Farben in den Fluss geschüttet. Jede Farbe stand für ein bestimmtes Gefühl. Es war sehr speziell, als ich sah, dass genau jene Farbe im Topf geblieben war, welche für Liebe und schöne Momente stand. Ein Ritual wie dieses hätte ich ohne den Kurs nie im Leben durchgeführt.

 

Kommentare (1)

TestName - 27.01.2014 10:12
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